Paar-Schlaf & skandinavisches Prinzip
Zwei Bettdecken oder eine große? Die Paar-Frage
Warum viele Paare mit zwei getrennten Decken entspannter schlafen als mit einer gemeinsamen.
In nordischen Ländern ist es seit Langem üblich, dass Paare im gemeinsamen Bett zwei getrennte, einzelne Bettdecken statt einer gemeinsamen großen Decke nutzen. Dieses als skandinavisches Prinzip bekannte Modell gewinnt auch hierzulande zunehmend Anhänger, weil es einige typische Streitpunkte beim gemeinsamen Schlafen elegant löst. Wer bislang unter einer geteilten Decke schläft und regelmäßig um sie ringt, sollte das Prinzip zumindest einmal in Betracht ziehen.
Das Problem mit der gemeinsamen Bettdecke
Eine einzelne, gemeinsam genutzte Bettdecke bringt praktische Nachteile mit sich: Bewegt sich eine Person im Schlaf, verschiebt sich häufig die gesamte Decke mit, sodass die andere Person kalte Stellen bekommt. Auch unterschiedliches Wärmeempfinden lässt sich mit nur einer Decke kaum zufriedenstellend lösen, wie wir bereits in unserem Ratgeber Die passende Decke für Schwitzer und Frierer beschrieben haben. Wer morgens regelmäßig ohne Decke aufwacht, weil der Partner oder die Partnerin im Schlaf daran gezogen hat, kennt dieses Problem vermutlich nur zu gut.
Das skandinavische Prinzip: zwei einzelne Decken
Beim skandinavischen Prinzip bekommt jede Person im Doppelbett eine eigene, meist im Einzelbett-Format gehaltene Bettdecke. Bewegt sich eine Person im Schlaf, bleibt die Decke der anderen Person unberührt liegen. Jede Seite des Bettes kann außerdem eine Decke mit dem persönlich passenden Wärmegrad erhalten, statt einen Kompromiss eingehen zu müssen. Zwei separate Einzeldecken im Format 135x200 cm lassen sich zudem unabhängig voneinander waschen und bei Bedarf ohne Rücksicht auf die andere Decke austauschen.
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Preis auf Amazon prüfenWann eine große gemeinsame Decke die bessere Wahl bleibt
Nicht jedes Paar profitiert automatisch vom skandinavischen Prinzip. Haben beide Personen ein sehr ähnliches Wärmeempfinden und bewegen sich im Schlaf wenig, kann eine große gemeinsame Decke im Format 200x200 cm weiterhin gut funktionieren und wirkt zudem einheitlicher im Bettbild. Manche Paare mögen außerdem das Gefühl einer einzigen, gemeinsamen Decke, unter der man sich beim Einschlafen näher fühlt. Auch hier gilt: Es gibt keine pauschal richtige Lösung, sondern nur die für Ihre eigene Schlafsituation passende.
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Preis auf Amazon prüfenPraktische Umsetzung im eigenen Bett
Wer das skandinavische Prinzip ausprobieren möchte, sollte zunächst die vorhandene Bettgröße prüfen: Für zwei einzelne Decken im Format 135x200 cm braucht es ausreichend Liegefläche, damit sich die Decken nicht gegenseitig überlappen. Details zu gängigen Bettdecken- und Bettgrößen finden Sie in unserem Ratgeber Die richtige Größe wählen. Bei sehr schmalen Doppelbetten kann es sinnvoll sein, zunächst testweise zwei etwas schmalere Einzeldecken einzuplanen, bevor Sie in größere Varianten investieren. Manche Paare beginnen zunächst mit einer geliehenen oder ohnehin vorhandenen zweiten Decke, um auszuprobieren, ob sich das veränderte Schlafgefühl für beide Seiten gut anfühlt, bevor sie gezielt in zwei aufeinander abgestimmte neue Decken investieren.
Kompromisse für Unentschlossene
Nicht jedes Paar muss sich sofort endgültig zwischen den beiden Varianten entscheiden. Manche Haushalte behalten die gemeinsame große Decke für den Alltag und legen zusätzlich eine leichtere Einzeldecke bereit, falls eine Person kurzfristig ein anderes Wärmebedürfnis hat, etwa bei Krankheit oder in besonders warmen Nächten. Andere Paare probieren das skandinavische Prinzip zunächst nur in einer Jahreszeit aus, etwa im Winter, wenn unterschiedliches Frieren am stärksten auffällt, und kehren im Sommer zur gemeinsamen, leichteren Decke zurück. Solche Zwischenlösungen zeigen, dass die Entscheidung nicht in Stein gemeißelt sein muss und sich an die eigene Lebenssituation anpassen lässt.
Pflege bei zwei getrennten Decken
Ein praktischer Nebeneffekt zweier getrennter Decken: Jede Decke lässt sich unabhängig von der anderen waschen, etwa wenn nur eine Seite verschmutzt oder eine Person häufiger schwitzt als die andere. Wie Sie Bettdecken richtig waschen und trocknen, ohne Füllung oder Bauschkraft zu beschädigen, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Bettdecke waschen und trocknen. Auch der Bettbezug lässt sich bei zwei Decken individuell wählen, sodass jede Seite des Bettes optisch und stofflich ihren eigenen Vorlieben folgen kann, ohne dass ein gemeinsamer Kompromiss beim Bezugsmuster nötig wird.
Wie das Prinzip in der Praxis oft eingeführt wird
Statt beide vorhandenen Decken sofort zu ersetzen, führen viele Paare das skandinavische Prinzip schrittweise ein: Zunächst wird nur eine zusätzliche Einzeldecke angeschafft, während die bestehende große Decke weiterhin genutzt wird, bis sich zeigt, ob sich das neue Schlafgefühl für beide Seiten bewährt. Erst danach folgt gegebenenfalls die zweite passende Einzeldecke. Dieser stufenweise Übergang senkt die Hemmschwelle, das Prinzip überhaupt einmal auszuprobieren, und verhindert eine größere Anschaffung, falls sich am Ende doch die gemeinsame Decke als die bessere Lösung herausstellt.
Fazit: Zwei Decken lösen die häufigsten Konflikte
Für Paare mit unterschiedlichem Wärmeempfinden oder unruhigem Schlaf lohnt sich das skandinavische Prinzip meist deutlich. Zwei getrennte Bettdecken beseitigen die klassischen Streitpunkte ums nächtliche Zudecken zuverlässiger als jeder Kompromiss bei einer gemeinsamen Decke. Wer sich noch unsicher ist, welcher Wärmegrad zur eigenen Situation passt, findet zusätzliche Flexibilität in unserem Ratgeber Das 4-Jahreszeiten-System erklärt.